Veränderungen sind oftmals nötig ‒ und werden dies auch immer wieder
sein. Dennoch bin ich der Meinung, dass wir zu viele Veränderungen
in der Hierarchie des SV haben und dass ein Großteil der
Züchter/Aussteller Deutscher Schäferhunde in ganz Deutschland und
weltweit nicht genügend Berücksichtigung findet. Der SV muss die
Führung übernehmen, wenn es darum geht, vorteilhafte und nachhaltige
Veränderungen zu erkennen. Ich glaube, man hat sich kürzlich zu
einem Programm mit einem Ausschuss entschlossen, der sich um diese
Angelegenheit von höchster Bedeutung kümmert. Sie brauchen Zeit und
die volle Unterstützung, gleichzeitig dürfen sie nichts ausschließen
und müssen vielleicht sogar das Undenkbare denken können. Unsere
Rasse braucht die gründlichste Überprüfung in ihrer Geschichte,
wobei ein besonderes Augenmerk auf dem Aspekt liegt, der unserer
Rasse am meisten schadet: "KEINE BEZIEHUNGEN = KEINE MÖGLICHKEIT". Die
klare Kenntnis dieses Problems seitens der großen Mehrheit in
unserem Sport führt zu dessen schwindender Beliebtheit und schafft
eine Kultur des "ENTWEDER DU SPIELST DAS SPIEL MIT ODER DU KANNST
GEHEN". Ich fürchte, dass viele gehen werden. Unsere Schauen
verlieren ihre Aussteller so schnell, wie ich es in den letzten 30
Jahren noch nie erlebt habe. Unsere Zukunft sieht wirklich düster
aus. Das Problem liegt darin, dass diejenigen, die vom aktuellen
System am meisten profitieren, gleichzeitig auch diejenigen sind,
die durch eine Veränderung am meisten verlieren könnten. Außerdem
haben sie einen beträchtlichen Einfluss auf unsere Rasse. Daher
werden uns keine sinnvollen Veränderungen präsentiert, man betreibt
größtenteils "AUGENWISCHEREI", die nur wenige Leute zum Narren
halten kann. Also dreht sich die Abwärtsspirale immer weiter. Ich
würde eine konstruktive Arbeitsbeziehung zwischen dem SV und dem
RSV2000 begrüßen.
Die Anatomie des Hundes benötigt, wie immer, ein wenig
Aufmerksamkeit. Verbesserung der Kruppe, der Vorhand und der
Hinterhandwinkelung, während die Ausgewogenheit insgesamt und die
Harmonie des Deutschen Schäferhundes wie auch seine Funktionalität
gewahrt werden müssen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass
wir die Arbeitsqualitäten unserer Ausstellungstiere verbessern
müssen, ohne dabei auf irgendwelche Extreme beim Trieb abzuzielen.
Ein ruhiger, selbstsicherer Charakter sollte immer oberste Priorität
haben.